Die Geschichte des Mumm-Heftes !

Die Idee dazu wurde 1991 von Magdalene Wulf geboren. Wer sie kennt, weiß, wie überzeugend sie sein kann. Und so überzeugte sie mich und einige andere der Montagsgruppe. Anfangs trafen wir uns wöchentlich in der Teestube um die Seiten zu füllen. Gerda Böckmann zeichnete und Mia Schröder schrieb auf der Schreibmaschine und arbeitete die Rätsel aus. Mit der Zeit mussten wir aber feststellen viele Köche verderben den Brei das heißt: wir kamen kaum voran. So stellten wir uns um und arbeiteten von zu Hause. Anschließend gaben wir Magdalene die Beiträge und sie fügte sie zum Heft zusammen. Tanja Rimpo schrieb uns jede Adresse mit der Schreibmaschine auf Etiketten(inzwischen lebt Tanja seit 1997 in Mali/Afrika). Damals konnten wir noch nichts abspeichern. Den ersten Computer bekamen wir 1992. Er wurde bei mir aufgestellt und ich musste lernen damit umzugehen. Tanjas Vater,Uwe Rimpo hat mir mühsam die ersten Schritte beigebracht. Markus Kreft schrieb damals seine Lebensgeschichte auf und ein Jahr später seine Geschichte im Verein als Fortsetzungsgeschichte. 1993 wurde der Spastikerverein umbenannt in den Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. Bis 1994 hatten wir auch immer ein Rätsel in der Zeitung, welches Mia Schröder damals selber ausarbeitete. Leider wurde die Beteiligung immer geringer, so dass uns zuletzt die Gewinner ausgingen.
Unsere Farben wechselten von hellblau (Vereinsfarbe des Spastikervereins) über rot (1995), gelb (1996), hellgrün bis zum heutigen maigrün. Bei Vielen ist unsere Zeitung auch als das grüne Heftchen bekannt. 1995/1996 hatten wir die Aktion Blumenstrauß des Monats für nette, hilfsbereite Mitmenschen. Im März 1996 bekam Magdalene Wulf das Bundesverdienstkreuz überreicht für ihre Verdienste um die behinderten Menschen in unserer Stadt. Einige Mitglieder, die unsere Zeitung am Anfang mit herstellten, sind leider schon verstorben. Andere mussten aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Unsere Henny ist neben mir die Einzige, die trotz ihrer schweren MS-Erkrankung immer noch eifrig und stetig dabei ist. Darüber freuen wir uns alle sehr. 1997 überlegten wir uns gemeinsam mit dem Spastikerverein, dass unsere Einnahmen die Steuerbefreiung gefährdete. Um dem aus dem Weg zu gehen, machten wir uns mit eigenem Namen und Logo selbstständig, um es getrennt zu halten.
So gründeten wir den Verein mit dem Namen Verein Behinderte und Freunde e.V. zum Zweck der Zeitungserstellung und des Gedankenaustausches. Versuche der Mitglieder, sich gemeinsam zwischen-zeitlich zu treffen, scheiterte immer wieder an den Terminen. Einzelne Mitglieder trafen und treffen sich. Ende 2004 hat sich ein Kreis von vier Leuten gebildet die sich alle zwei Wochen zu Rummikub (Rommee) spielen treffen, das macht viel Spaß
und bringt Entspannung.
1998 hatten wir eine besondere Aktion. Der Elektromeister Hüdepohl aus Scheidingen hat seine Haare gestiftet. d. h. bei einem Gartenfest unter Freunden hat er seine schönen langen Haare in einen super kurzen Stoppelschnitt verwandeln lassen für einen guten Zweck. Und dieser Zweck waren wir!
Im Jahr darauf haben wir Blumen an aufmerksame Nachbarn verschenkt. Leider gab (gibt) es davon nicht viele in Hamm!!!? Im gleichen Jahr hatte Magdalene einige gesundheitliche und persönliche Schwierigkeiten und schaffte die Arbeit mit der Zeitung nicht mehr. Da die anderen Mitglieder hinter der Zeitung und auch mir standen, gab es keine großen überlegungen und ich musste ran. Ich arbeitete mich ein, schließlich war das Thema ja nicht neu. Wir waren immer überzeugt von unserer Zeitung und davon, dass sie gelesen wird. Die steigende Auflage hat uns gezeigt dass wir damit richtig lagen.
Vom März 1994 bis September 1997 wurde unser Heft im Liboriusverlag gedruckt (kopiert). Dann starb ganz plötzlich der Drucker Herr Schilewsky und es wurde schwieriger, da immer extra jemand kommen oder länger bleiben musste. Nach einiger Zeit wurde im Verlag ein neuer Kopierer angeschafft und wir bekamen den alten geschenkt. Diesen haben wir in der Teestube aufgestellt. Jetzt musste ich mich aber auch da noch einarbeiten.
Hier kam mir ein Spruch meiner Eltern zu gute: Mit den Augen und den Ohren klauen! Gott sei Dank hatte ich das in den vorherigen Jahren ausgiebig getan und so habe ich diese Klippe gemeistert. Jetzt waren wir auch etwas unabhängiger mit dem drucken. Dieser Kopierer hat uns noch fünf Jahre gute Dienste geleistet, auch Dank seines Technikers! Aufgrund seiner Leistung war er schon lange überfällig. Das passierte 2002. Er streikte. Uns blieben nur zwei Möglichkeiten: Einstellen der Zeitung oder ein neuer Kopierer! Nach meinem Aufruf im Mumm-Heft, dass, wenn jeder Leser einmalig für das Heft 2,-- Euro spenden würde, wäre ein neuer Kopierer bezahlt gewesen, tat dies ein einziger Leser, nämlich Herr Udo Knobel. Gott sei Dank hat sich auch die Sparkasse mit 250,-- Euro daran beteiligt. Bei einer hiesigen Firma konnten wir einen günstigen Leasingvertrag über einen Gebrauchten abschließen, der im Jahr 2007 auslief. Aber der Drucker läuft immer noch!
Seit einigen Jahren verschönert Annette Sablowski die Geburtstagsseite mit ihren Zeichnungen. 2004 trat dann eine leichte Ermüdung bei den Mitgliedern ein und wir beschlossen die Auflage von 950 auf 800 zurück zuschrauben. Inzwischen sind wir auch dank unserer 1€ Leute wieder bei 950 angelangt. Irgendwie reichen die Hefte nie! 2004 haben sich alle Mitglieder einzeln vorgestellt (jeden Monat ein anderer). Durch die Kommune bekamen wir auch immer mal sogenannte 1€ Jobber, die uns halfen. Seit dem Jahr 2004 haben wir auch eine Homepage im Internet. Diese hat Ben Wallbruch erstellt und er pflegt sie auch. Dann haben wir auch das Angebot erweitert in Beratung für Eltern behinderter Kinder oder einfach die Gesprächs- und Zuhörbereitschaft- gestellt.
Erstmals waren wir 2005 auf dem Weihnachtsmarkt an der Pauluskirche vertreten. Sehr kurzfristig haben wir diesen Entschluß gefasst. Im Februar 2006 hatten wir 15jähriges Bestehen. Wir wollten den Anlass auch etwas feiern und das nicht auf Kosten des Vereins. Also musste das Geld dafür extra verdient werden. Das haben wir geschafft. Wir sind alle zusammen schön Essen gegangen. Wir lasen im WA, das die Hütte, die Vereinen etc. zur Verfügung gestellt wird, noch freie Kapazitäten hat. So haben wir uns gemeldet und konnten die Hütte an drei Tagen besetzen. Dann ging es los mit backen, kochen und planen. Von Freitag bis Sonntag waren wir dort und haben auch einiges verkauft. Nach diesen drei Tagen verstanden wir aber nicht mehr, wie manche professionelle Händler den Weihnachtsmarkt finanziell und gesundheitlich überleben.
Im Mai 2007 waren wir erstmals an den Gesundheitstagen im Maxi-Park vertreten. Dazu hatte unser Mitarbeiter Peter Bremer ein Spiel entwickelt und ausgearbeitet, welches wir mit großem Erfolg dort vertreten haben.
Im Sept. 2007 haben wir auch erstmals mit unserem Spiel und Heft natürlich am Tag der Begegnung in der Bahnhofstraße mitgemacht. Das Gleiche im Jahr 2008 und in diesem Jahr 2009 werden wir beim großen NRW-Tag dabei sein.
Wir suchen immer Leute, die uns helfen. In der Natur des Vereins liegt es, dass unsere Mitarbeiter die eine oder andere Behinderung haben und nicht immer und für jedes einsetzbar sind. Da wird jede helfende Hand gerne genommen.

Inzwischen stagniert unsere Auflage bei 1000 Stück. Mehr sind zur Zeit nicht zu schaffen.

Geändert im Juni 2004

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